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Darlingtonia, die Kobralilie 
 (c) Martin Reiner
Darlingtonia, die Kobralilie
© Martin Reiner

Fleischfressende Pflanzen sind vom ersten Moment an faszinierend -
und mit Sicherheit liegt das nicht nur an der Tatsache, dass sie das Prinzip "Tiere fressen Pflanzen" auf den Kopf stellen. Auch ihre optische Außergewöhnlichkeit zieht die Aufmerksamkeit von Menschen rund um den Globus in ihren Bann.
Es gibt 19 unterschiedliche Gattungen Fleischfressender Pflanzen (Karnivoren), darunter befinden sich prä-karnivore1 Gattungen.

Es handelt sich um hoch spezialisierte Pflanzen, von denen die meisten in nährstoffarmen Gebieten gedeihen, denn vor allem dort können Fleischfressende Pflanzen von ihrer Fähigkeit profitieren, sich durch den Fang von Tieren zusätzliche Nährstoffe anzueignen, welche gewöhnlichen Pflanzen in diesen Regionen verborgen bleiben. Insbesondere Stickstoff, Phosphor und Schwefel werden der Beute entzogen, die nicht nur auf das Reich der Insekten beschränkt ist.

Fleischfressende Pflanzen gehören trotz all dem zu den Blühpflanzen, besitzen (oftmals schwach ausgebildete) Wurzelsysteme und betreiben Photosynthese wie ganz "normale" Pflanzen. Der Tierfang ist nicht mal lebensnotwendig, sie überleben auch ohne die animalische Zusatznahrung. Man hat aber herausgefunden - und wer Fleischfressende Pflanzen schon länger kultiviert, wird diesen Eindruck bestätigen können - dass die Pflanzen durch die zusätzlichen Nährstoffe aus Tieren wachs- und blühfreudiger sind. Am Naturstandort bedeutet diese Tatsache einen Standortvorteil gegenüber konkurrierenden Pflanzen.

Birke auf einer Moor-Insel 
 (c) Georg Stach
Birke auf einer Moor-Insel
© Georg Stach

Obwohl man mit dem ersten Eindruck darauf schließen möchte, es handele sich um Exoten, sei gesagt, dass der Großteil der Fleischfresser nicht aus den Tropen stammt. Die Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula) wächst in kleineren Gebieten in den US-Staaten North Carolina und South Carolina; Australien ist das Hauptverbreitungsgebiet der Sonnentaue (Drosera), und auch Europa beherbergt eine Vielzahl von Arten.
Sie sind auf Grund zunehmender Umweltgefährdung streng geschützt. Einige Arten sind leider stark vom Aussterben bedroht, eine unbekannte Zahl ist sogar schon unwiderruflich verlorengegangen.

Sind denn Fleischfressende Pflanzen dann Töter, vernichten sie Leben? Nein - die Natur ist komplex. Allen voran die Kannenpflanzen (Nepenthes) pflegen ausgesprochen starke Symbiosen mit verschiedenen Insekten. Hier eröffnen sich für Tier und Pflanze neue Lebensräume. Und wer sagt denn, dass Fleischfressende Pflanzen nicht selbst gefressen werden können? Die Schlauchpflanze (Sarracenia) ist ein gutes Beispiel dafür, wie schnell sich der Spieß wieder umdrehen kann: Denn diese Gattung wird an ihrem Naturstandort gerne von einer Motten-Art als Behausung benutzt, allerdings zu Lasten ihres Wirts, der Schlauchpflanze.



Lernen Sie auf den folgenden Seiten noch mehr über diese geheimnisvollen Pflanzen! In unserer Karnivoren-Datenbank erhalten Sie einen Überblick über die Gattungen und Arten, über deren Kulturmethoden und Besonderheiten. Nach Möglichkeit versuchen wir, von den Arten Fotos vom Naturstandort hier zu veröffentlichen.

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1) Vom Lateinischen "prae" = "vor" und "carnivor" = "fleischfressend": So werden Gattungen bezeichnet, die nicht alle Kriterien für echte Karnivorie erfüllen, etwa, weil Tiere zwar gefangen, aber nicht von der Pflanze verzehrt werden.



Autor: Georg Stach


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www.FleischfressendePflanzen.de - Die Karnivoren-Datenbank.
© 2001-2007 Georg Stach, Lars Timmann. Beachten Sie unsere Hinweise zum Copyright.